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# 7 - Bottom-up Kalibrierung für Mehrebenen-Korrektheit

 

Drei Kalibrierungsarten stehen auf dem Spiel:

  • bei Messungen am Silizium für Transistormodellparameter
  • bei Layoutextraktionen für die Netzlistenrückgewinnung
  • bei Simulationsresultaten für Modelle auf höheren Abstraktionsebene

 

TESTFALL: Lesetoleranz eines Speicherbausteins

Erste Kalibrierung: HORIZONTAL - vom Silizium zu den Transistormodellen
IDS: Drain-Source Strom

VDS:Drain-Source Spannung

VGS: Gate-Source Spannung

BSIM4 Modelle beinhalten die Gleichungen, die das Verhalten der Transistoren beschreiben

Die Kalibrierung liefert die Parameter für die Anpassung dieser Gleichungen

Zweite Kalibrierung: TOPOLOGISCH - vom Layout hoch zur Netzliste

Aufgrund von Erfahrungen extrahiert der Designer einige Parameter manuell aus dem Layout, wie z. B. Substratinjektion, Kopplung zwischen Bitleitungen... um diese in die elektrische Netzliste einzubringen.
Danach sollte in einem weiteren Schritt die gleiche Vorgehensweise mit den Siliziummessungen ausgeführt werden: Zurück zur Schritt 1.

Wenn die SPICE Modelle und die elektrische Netzliste über das Layout und das Silizium kalibriert wurden, können die Simulationsresultate als Repräsentativ für die physikalische Realität betrachtet werden.
Untersuchungen, wie zum Beispiel die Monte-Carlo Analyse, können in SMASH mit einer Garantie auf die Resultate des Siliziums ausgeführt werden.
Ü berdies kann die Schaltungsausbeute mit einer größeren Genauigkeit vorhergesagt werden, wenn die Monte-Carlo Analyse mit der Kalibrierungsmethode verwendet wird, als mit einem einzelnen Testchip.

Dritte Kalibrierung: MODELLIERUNG aufwärts, von Prozeßbeschreibungen zum elektrischen -> strukturellen -> funktionalen -> verhaltensbeschreibenden -> System

Die elektrische Simulation wird zur Kalibrierung der Verhaltens-simulation verwendet.
Diese Verhaltenssimulation wird schneller ausgeführt und erlaubt Simulationen auf SoC-Ebene

 

Jenseits der Kalibrierung

Während Mehrebenenbetrachtung eine Kalibrierung der Lesetoleranz erfordert, oder um für komplexe Anordnungen von Transistormodellen zu garantieren das sie Verhalten des Siliziums repräsentieren, werfen einige Themen bei der Mehrebenenbetrachtung Probleme über die eigentliche Betrachtung hinaus auf:

  • Laplace oder S-Transformationen sind mächtige strukturelle Repräsentationen für Filter- und andere Komponentenimplementationen mit einer linearen Funktionalität im Analogen oder kontinuierlichen Zeitbereich: Aber diese können sowohl mit elektrischen Modellen in SPICE, als auch als Verhaltensmodelle in VHDL implementiert werden,
  • Ihre diskreten Gegenstücke, die hochgelobten Z-Transformationen, unterstützen die digitalen Filter: Aber diese können auf Funktionalebene und auch synthetisierbar in fester Logik auf Gatterebene implementiert werden. Weiterhin können diese in C programmiert werden um sie von einem DSP (Digitaler Signal Prozessor) ausführen zu lassen.
  • Problematisch daran: Die Z-Transformation wird, wahrscheinlich aufgrund der analogen Anschlüsse der Schaltungen, nur von VERILOG-A oder VHDL-AMS unterstützt.
    Dies steht im krassen Widerspruch zu den VISA-Zielen der Black-Box Modellierung, die vorgibt gemischt logisch/analoge Schaltungen mit Mischsignaleingängen mittels purem VERILOG zu modellieren!
    Das ultimative Kalibrierungsthema.
  • Problematisch auch für den hochgelobten Schmitt Trigger: Sehen sie sich dessen Modell in den SPICE Bibliotheken an!
    Es ist ein Paradigma von gemischt logisch/analogen Komponenten, die von vielen als rein logische Komponenten betrachtet werden, obwohl sie analoge Eingänge besitzen. In Wirklichkeit fungieren sie wie Eingangsverstärker mit Lesetoleranzen!

 

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